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Seit November 2010 ist KAUT-BULLINGER gemeinsam mit der Kreisgruppe München des Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN) auf dem BN-Grundstück im Deininger Moos aktiv. Im Rahmen der Zusammenarbeit wird das einzigartige Moor-Juwel, das einen überregional bedeutsamen Lebensraum aufweist, renaturiert und wiedervernässt. KAUT-BULLINGER hat gezielt im näheren Umkreis des Firmensitzes in Taufkirchen nach einer Beteiligung an einem sinnvollen Umweltprojekt gesucht, bei dem die Mitarbeiter selbst anpacken und Natur begreifen können. Teil zu haben an der Renaturierung des Deininger Mooses ist eine einzigartige, persönliche Sensibilisierungschance für die individuellen Möglichkeiten von aktivem Umweltschutz.
Ausgangssituation
Das Deininger Moos ist heute durch gravierende Beeinträchtigungen gefährdet bzw. bereits stark degradiert. Ursachen sind die vor ca. 100 Jahren erfolgte Entwässerung des gesamten Komplexes mittels Gräben, die Verbrachung der Streuwiesen und die erfolgte Aufforstung der entwässerten Fläche vor allem mit Fichten. Die Renaturierung des 17 Hektar umfassenden Moorkomplexes hat die Wiederherstellung eines natürlichen Moor-Wasserspiegels als Grundlage dieses Ökosystems zum Ziel. Moore sind Lebensraum für viele spezialisierte und bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Ihr Erhalt leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung der Biodiversität. Als wichtige Kohlenstoffspeicher besitzen Moore zudem eine hohe Klimarelevanz.
Auszug aus einem Schreiben der Regierung von Oberbayern vom 09.03.2009
„Alle naturschutzfachlichen Unterlagen empfehlen einhellig die Wiederherstellung der ursprünglichen hydrologischen Verhältnisse dieses rund 17 Hektar umfassenden Hoch- und Zwischenmoorkomplexes, dessen westlicher Teil im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen liegt. Aufgrund seiner Ausstattung hat es überregionale Bedeutung und ist das bedeutsamste im gesamten Landkreis München.“
Das Deininger Moos zeichnet sich durch eine einzigartige Artenausstattung aus und stellt daher einen überregional bedeutsamen Lebensraum dar. Es besteht zu über 50% aus streng geschützten Biotopen nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz.
Bei aktuellen Pflanzen-Kartierungen wurden 16 Pflanzenarten gefunden, die in der „Roten Liste Bayerns“ als „gefährdet“ eingestuft werden, 3 „stark gefährdete“ Pflanzenarten und eine vom Aussterben bedrohte Pflanzenart (Heidelbeer-Weide). Dazu kommen noch 7 Pflanzenarten, die in der „Roten Liste Deutschland“ in die Vorwarnstufe fallen. Bei aktuellen Tier-Kartierungen wurden 53 Tierarten gefunden, die entweder in der „Roten Liste Deutschland“, oder der „Roten Liste Bayern“ aufgeführt sind.
Maßnahmen im Deininger Moos
Die Renaturierung des Deininger Mooses erfolgt im Rahmen des Klimaprogramms Bayern 2020 (Klip 2020) und wird vom Freistaat Bayern bezuschusst. Ende September 2010 wurden sämtliche Fichten maschinell abgeholzt, da sie nicht zum natürlichen Baumbestand eines Moores zählen. Im Anschluss wurden die vor ca. 100 Jahren gezogenen Entwässerungsgräben durch eine Spezialfirma verfüllt und eingestaut.
Unmittelbar danach haben Mitarbeiter von KAUT-BULLINGER zusammen mit dem Bund Naturschutz in zwei Arbeitseinsätzen einen Teil der Moorfläche von den im Moor verbliebenen Ästen befreit, da andernfalls bei ihrer Verrottung im Moor CO2 und Methangas freigesetzt würde. Die Äste wurden am Rand des Moores zu einer Benjes-Hecke aufgeschichtet, die unmittelbar Lebensraum für zahlreiche Vogelarten, Kleinsäuger und Insekten bietet und gleichzeitig das Wild davon abhält, die vom Aussterben bedrohten Pflanzen im Moor abzufressen.
Bereits beim zweiten Einsatz war die Moorfläche sehr sumpfig - somit wurde ein erster Teilerfolg innerhalb einer Woche deutlich erkennbar. Die Arbeiten können witterungsbedingt erst im Frühjahr 2011 fortgesetzt werden. Sobald die Renaturierung weiter fortgeschritten ist, sind Moorlehrveranstaltungen für Kindergärten und Schulen geplant, die vom Bund Naturschutz geleitet werden.
Festveranstaltung zum Abschluss der Wiedervernässungsarbeiten im Deininger Moor
Im Rahmen einer Festveranstaltung am 03.Juni 2011 wurden unter Anwesenheit von Herrn Regierungspräsidenten Hillenbrand, Herrn Lazik (Amtschef des Bayerischen. Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit), Frau Landrätin Rumschöttel (Landkreis München), Herrn Landrat Niedermaier (Landkreis Bad Tölz – Wolfratshausen), Herrn Hierneis (1. Vorsitzender Bund Naturschutz in Bayern e.V. – Kreisgrupp München), Herrn Martin (Geschäftsführer KAUT-BULLINGER) sowie zahlreichen weiteren geladenen Gästen das Moor und die durchgeführten Sanierungsmaßnahmen vorgestellt.
Anschließend wurden am Moorrand drei Schautafeln (2.45 MB) feierlich enthüllt, die über die Entstehung von Mooren, das Deininger Moor mit seiner einzigartigen Artenausstattung sowie die Bedeutung von Moorschutz für unser Klima informieren.
Warum ist die Renaturierung von Mooren so wichtig?
In den letzten Jahrzehnten sind 95 Prozent der bayerischen Moore entwässert worden. Das Trockenlegen von Mooren spielt eine unrühmliche Rolle bei der Klimaerwärmung. Heute weiß man, dass Moore eine große Bedeutung für den Klimaschutz, den Wasserrückhalt und die Biodiversität darstellen. In intakten Mooren wird klimawirksames Kohlendioxid (CO2) dauerhaft gebunden, weil der zur Zersetzung der Pflanzen notwendige Sauerstoff im nassen Moor fehlt. Nach Aussagen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt speichern Moore durchschnittlich 700 Tonnen Kohlenstoff je Hektar und somit deutlich mehr wie die als Kohlenstoffsenke bekannten Waldökosysteme. Etwa 30 Prozent des weltweiten Boden-Kohlenstoffs sollen in Mooren gespeichert sein, obwohl diese lediglich 3 Prozent der Landfläche ausmachen. Werden Moore entwässert, gelangt mit der Luft Sauerstoff an das konservierte Pflanzenmaterial und zersetzt es. Bei diesem Vorgang der Mineralisation wird Kohlendioxid freigesetzt.
Zusätzlich wird das im Vergleich zu Kohlendioxid rund 300 Mal klimaschädlichere Lachgas freigesetzt. Würden alle Moore in Bayern renaturiert, könnten bis zu 5 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente eingespart werden. Dies entspricht etwa 6 Prozent der bayerischen Emissionen.
Projektlaufzeit
Das Projekt ist auf 5-10 Jahre ausgelegt. Der Bund Naturschutz rechnet mit der vollständigen Renaturierung nach ca. 7 Jahren. KAUT-BULLINGER wird die notwendigen Maßnahmen während der gesamten Laufzeit finanziell und personell unterstützen. Anstelle von Weihnachtsgeschenken für die Kunden wurde das geplante Budget für 2010 an den Bund Naturschutz gespendet.
Christian Hierneis, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe München des BN: „Wir freuen uns sehr, dass die Firma KAUT-BULLINGER sich dieses Projekt ausgesucht hat und uns tatkräftig bei der Wiederherstellung und anschließenden Bewahrung eines im Landkreis München einzigartigen Stücks Naturlandschaft unterstützt und das Deininger Moos damit auch zu ihrem Projekt macht. Wir danken KAUT-BULLINGER auch ganz herzlich für die langfristig zugesagte finanzielle Unterstützung für dieses Projekt, die eine dauerhafte Sicherung des Gebietes gewährleisten.“
Pressespiegel und Pressemitteilungen
BN-Presseinformation vom 27.09.2010 (170.17 KB)
BN-Presseinformation vom 28.10.2010 (90.94 KB)
Merkur Online 08.11.2010 (69.50 KB)
SZ Landkreisausgabe Wolfratshausen 08.11.2010 (205.75 KB)
Münchner Merkur 09.11.2010 (573.91 KB)
Landratsamt München Presseinfo vom 03.06.2011 (50.39 KB)
Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit: Moorschutz ist aktiver Klimaschutz vom 02.12.2011 (51.42 KB)
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