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Papier

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Für alle kurzlebigen Werbemedien wie Kataloge, Flyer etc. verwenden wir nur noch Recyclingpapier. Beim Geschäftspapier haben wir uns für FSC-Papier entschieden.

Was Sie über Papier wissen sollten

Unterscheidung im Herstellungsverfahren:

Holzhaltige Papiere
Sie bestehen ganz oder teilweise aus Holzschliff, das durch Mahlen von entrindetem Schwachholz entsteht. Harze und Lignine werden nicht herausgelöst. Sie sind verantwortlich für eine geringe Altersbeständigkeit und für die schlechte Eignung für Kopierer und Drucker. Aber diese holzhaltigen Papiere sind recht preisgünstig und eigenen sich für alle kurzlebigen Drucksachen wie Zeitungen, Wurfsendungen und Mailings.

Holzfreie Papiere
Sie werden aus Zellstoff hergestellt. Zellstoff wird aus Holz durch einen Kochprozess gewonnen und von Harzen und Ligninen getrennt. Die Harze und Lignine (Ablauge) werden eingedickt und von der modernen Zellstofffabrik zur Energiegewinnung genutzt. Zellstofffabriken in Osteuropa und Asien leiten die Ablauge oft noch direkt in den Fluss. Um die Festigkeit zu erhöhen, können Hadernanteile zugesetzt werden.

Altpapieraufbereitung
Rohstoffgrundlage für Recyclingpapiere ist Altpapier. Es gibt viele verschiedene Qualitäten, wobei die unteren, schlechten Qualitäten in großen Mengen anfallen. Dieses Altpapier kann nur für die Erzeugung von Graupappen,Wellpappen und dergleichen verwendet werden. Um kopier- und druckfähige Papiere zu erzeugen, muss als erstes die Druckfarbe vom Papier gelöst werden. Dieser Prozess heißt „de-inking“. Die abgelösten Druckstoffe müssen entsorgt werden. Moderne Papierfabriken verwerten sie erfolgreich thermisch und gewinnen daraus noch Energie, statt sie auf Deponien zu lagern.

Unterscheidung nach dem Bleicheverfahren:

Grundsätzlich gilt: gebleicht wird nur der Rohstoff, nicht das Papier.

Chlorgebleichter Zellstoff
Bei Papieren, die höchste Ansprüche an Festigkeit und Reinheit haben (z.B. Dokumentenpapiere), wird elementares Chlor (z.B. Chlorgas) zum Bleichen verwendet. Ein vollständiger Verzicht auf Chlor beim Bleichen ist mit diesen Ansprüchen an die Papiere schwer zu realisieren.

ECF
Bei elementar-chlorfrei gebleichtem Papier wechseln sich Bleichsequenzen mit und ohne Chlorverbindungen ab. Man kann diese Papiere als chlorarm gebleichte Papiere bezeichnen.

TCF
Total-chlorfrei gebleichte Papiere werden mit Sauerstoff (O2), Ozon (O3) oder Wasserstoffperoxid (H2O2) gebleicht. Auf Chlor wird komplett verzichtet, deshalb ist auch das Abwasser nicht chlorbelastet. Dieses Verfahren ist die umweltfreundlichste, aber auch teuerste Variante. Deshalb wird nur noch wenig für den Markt produziert.

Wasserstoffperoxid für Holzschliff
Die „de-inkten“ Altpapierfasern müssen noch gebleicht werden. Häufig wird Wasserstoffperoxid (H2O2) verwendet. Chlor und Chlorverbindungen werden hier nicht verwendet.

FSC- und PEFC-Zertifizierung

fsc_deu_0220.jpgEs gibt zur Zeit zwei international anerkannte Holzzertifizierungssysteme: PEFC und FSC.
Beide stellen hohe Anforderungen an die Nachhaltigkeit, die Arbeitsqualität, die soziale Kompetenz und die Umweltverträglichkeit der Waldbewirtschaftung der Forstbetriebe. Beide Forstzertifikate erfüllen die Kriterien der EU-Kommission: Freiwilligkeit, unabhängige Überprüfung, Transparenz, Kosteneffizienz und offener Zugang.

Eine Zertifizierung ist nur dann ein in sich geschlossenes System, wenn nicht nur die Forstbetriebe, sondern v.a. auch die Handels- und Bearbeitungskette bis hin zum Endverbraucher durchgängig nachgewiesen wird. Das EU-Parlament stellte in der Resolution vom 16. Februar 2006 fest: „Das EU-Parlament sieht die Zertifizierungssysteme von FSC und PEFC als gleichermaßen geeignet an [...], den Konsumenten Sicherheit bezüglich nachhaltiger Waldbewirtschaftung zu geben."

Maßgebliche Gründer und Unterstützer des FSC (Forest Stewardship Council) sind die großen Umweltorganisationen WWF, Greenpeace, NABU und BUND.

Mehr als 100 Millionen Hektar Waldland werden inzwischen nachhaltig nach den Regeln des FSC bewirtschaftet. Besondere Unterstützung erhalten Wälder wie der Tropische Regenwald und der Boreale Nadelwald, welche stark gefährdet sind. FSC ist von der Systematik her zielführend für große, private oder staatliche Flächen

pefc_web.jpgIn Zentraleuropa hat sich dagegen verstärkt das System des PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Council) durchgesetzt, da dies sich viel stärker um die kleineren - in der Regel privaten - Waldbauern bemüht. In Deutschland sind 3/4 des Waldes PEFC-zertifiziert. Da es sich hier um das europäische System handelt, kann der Verbraucher auch von geringeren Transportstrecken bei der Produktion ausgehen. Weltweit sind bereits über 200 Mio. Hektar zertifiziert. In beiden Systemen wird durch eine Produktkettenzertifizierung der Holzfluss durch die Verarbeitung und den Handel zwischen Wald und Endkunden kontrolliert. Holzprodukte werden mit dem FSC- bzw. PEFC-Logo gekennzeichnet und für den Verbraucher kenntlich gemacht. Wer Qualität – gekoppelt mit Umwelt- und Sozialstandards – sucht, ist hier bestens beraten.

Handhabungshinweise

  • Lagern Sie das Papier verschlossen mindestens einen Tag vor der Verwendung neben dem Gerät, damit es sich akklimatisieren kann
  • Nehmen Sie das Papier erst kurz vor der Verwendung aus der Klimaschutzpackung
  • Lassen Sie Papier nie offen liegen
  • Vorbedrucktes Papier sollte bis zu seiner Verwendung wieder klimageschützt verpackt werden

Ein umweltverträglich erzeugtes Papier hat berechtigterweise seinen Preis, der deutlich über dem der in Asien und Osteuropa erzeugten Papiere liegt. Dies gilt für Papiere aus Altpapier wie auch aus Frischzellstoff.

Informationen zur Kennzeichnung umweltfreundlicher Papiere erhalten Sie hier.